C-Flüsse
Auswirkungen des Klimawandels auf die Rohstoffversorgung und Kohlenstoffflüsse
Das Projekt C-Flüsse untersucht die Auswirkungen des Klimawandels auf die Rohstoffversorgung mit Holz und die Kohlenstoffflüsse entlang der gesamten Wertschöpfungskette im DACH-Raum mit besonderem Fokus auf Baden‑Württemberg. Im Zentrum stehen:
- der absehbare Rückgang der Nadelholzvorkommen
- Marktverschiebungen
- veränderte politische Rahmenbedingungen sowie
- ihre Folgen für Klima, Ökobilanzen und Holzverfügbarkeit.
Um Entwicklungen bei Rohstoffangebot, Preisen, Logistik und Nutzungspfaden von Holz abbilden zu können, werden aktuelle Daten der vierten Bundeswaldinventur, bestehende Studien zu Holzströmen und Szenarioanalysen zu Märkten und Technologien zusammengeführt. Auf dieser Basis erstellt das Projekt Ökobilanzen, bewertet Klimawirkungen verschiedener Nutzungsszenarien. Mit diesen Daten werden dann Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung und Wirtschaft entwickelt, um eine regionale, kreislauforientierte und klimapositive Holznutzung langfristig zu sichern.
Auf Basis dieser Analysen werden Szenarien entwickelt, innerhalb derer Ökobilanzen unter festgelegten Bilanzgrenzen abgeleitet werden. Dabei fließen innovative Lösungsansätze ebenso ein wie Klimawandelfolgekosten, um die Auswirkungen verschiedener Marktszenarien umfassend zu bewerten.
Das Projekt leistet einen wesentlichen Beitrag zur Schaffung einer wissenschaftlich fundierten Datengrundlage, die ökologische und ökonomische Strategien sowie Vorhersagemodelle für eine nachhaltige Holznutzung ermöglicht. Das Projekt stellt Kennzahlen und Handlungsempfehlungen für die relevanten Stakeholder zur Verfügung, aus denen Prognosen zur nachhaltigen Steuerung der Holzverwendung ermöglicht und das Klimaschutzpotenzial von Holz als Baustoff langfristig maximiert werden können.
Projekt
Das Forschungsprojekt verfolgt das Ziel, die Potenziale des Baustoffs Holz im Bausektor umfassend zu erschließen und die Kohlenstoffflüsse entlang der gesamten Wertschöpfungskette Holz systematisch zu bilanzieren. Bislang fehlen für den gesamten DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) integrative Untersuchungen, die eine ganzheitliche Betrachtung dieser Kohlenstoffströme ermöglichen. Angesichts der sich durch den Klimawandel verändernden Waldbilder, zunehmender Schadereignisse und neuer Bewirtschaftungsstrategien ist von einer tiefgreifenden Umstrukturierung des internationalen Holzmarktes auszugehen. Diese Veränderungen beeinflussen unmittelbar die Kohlenstoffflüsse in Produktion, Verarbeitung und Nutzung von Holz. Eine veränderte Rohstoffverfügbarkeit oder geänderte Verwendungsstrukturen können dabei nicht nur Produktbilanzen verändern, sondern auch den bislang angenommenen ökologischen Vorteil nachwachsender Rohstoffe relativieren.
Vor diesem Hintergrund kommt dem kontinuierlichen Monitoring der Kohlenstoffkette eine zentrale Bedeutung zu. Eine methodisch fundierte Erfassung der Kohlenstoffströme ist unerlässlich, um den tatsächlichen Beitrag des Holzsektors zum Klimaschutz objektiv bewerten zu können. Sie erlaubt fundierte Aussagen über die Kohlenstoffspeicherung in Holzprodukten, deren Bindungsdauer sowie über Emissionen bei Verarbeitung, Nutzung und Entsorgung. Zudem ermöglicht sie, Wechselwirkungen zwischen forstwirtschaftlichen Maßnahmen, industriellen Prozessen und politischen Steuerungsinstrumenten – etwa CO₂-Bepreisung oder Fördermechanismen – zu analysieren und deren Effizienz zu optimieren.
Das Projekt beginnt mit einer umfassenden Literaturanalyse und Datenauswertung. Dabei werden zentrale Kennzahlen zu klimarelevanten Umweltauswirkungen und Marktverschiebungsszenarien entlang der Wertschöpfungskette von Holz erarbeitet – mit besonderem Fokus auf Baden-Württemberg und die vierte Bundeswaldinventur (BWI4). Anschließend erfolgt die Aufarbeitung der Daten aus den vorangegangenen Inventuren (BWI1–3) und deren Vergleich mit den BWI4-Daten. In aussagekräftigen Schaubildern werden daraus Marktentwicklungspotenziale und mögliche Verlagerungseffekte innerhalb definierter Szenarien abgeleitet.
Der Impact Compass wird im Rahmen des Projekts als Web-Tool entwickelt, um die Zusammenhänge innerhalb der Wertschöpfungskette zu beschreiben und Entscheidungsträgern die Prozesse verständlich zu machen – insbesondere, um kausale Zusammenhänge aufzuzeigen.
Einen Überblick über das Werkzeug finden Sie als PDF zum Download.